Harderbahn, Schweiz
Alles andere als eine alltägliche Sanierung. Die Rahmenbedingungen klingen eher wie das Konzept zu einem Actionfilm als für die Instandsetzung einer gut 100 Jahre alten Bergbahn. Die Renovierungsarbeiten mussten im Winterhalbjahr durchgeführt werden, um den Betrieb von April bis Oktober nicht zu stören. Die benötigten Baumaterialien wurden per Hubschrauber angeliefert. Gearbeitet wurde bei zum Teil äusserst schwierigen Wetterbedingungen.

Bereits 1890 erteilte der Bundesrat die Konzession zum Bau der Harderbahn. Da auch einige Schutz- und Nebenbauwerke errichtet werden mussten, dauerte es aber noch 18 Jahre bis die Standseilbahn eröffnet werden konnte. Äusserst ungewöhnlich für eine Standseilbahn ist die Trassenführung. Sie führt nämlich nicht direkt in schnurgerader Linie auf Interlakens Hausberg, sonderner klimmt – aus Landschaftsschutzgründen – in einem Viertelkreis den Harder Kulm. Durch diese Besonderheit ist die Bahntrasse, von Interlaken aus gesehen, kaum wahrzunehmen. Das Landschaftsbild wirkt fast unberührt. Ein Erfolg der für die anspruchsvolle Konzeption und Realisierung der Bahn verantwortlichen Ingenieure Monsieur Gaston Boiceau und Monsieur Henri Muret aus dem Kanton Waadt.

Anziehungspunkt für fast 100.000 Touristen im Jahr

Jedes Jahr zieht die Standseilbahn 97.000 Personen in ihren Bann und befördert sie von Interlaken zur in 1.322 m Höhe gelegenen Bergstation oder zurück. Während die denkmalgeschützte Talstation zu Interlaken gehört, liegt die Bergstation auf dem Stadtgebiet von Unterseen und ist damit der einzige Bahnhof der Kleinstadt. Auf der 1.447 m langen Strecke wird in acht Minuten ein Höhenunterschied von 755 m überwunden. Auf der Fahrt sieht man bei guten Wetterbedingungen die Gipfel von Eiger, Mönch und Jungfrau, die Lütschinentäler sowie denThuner- und Brienzersee.

Herrliche Aussichten – nur nicht unbedingt für eine Sanierung

Die maximalen Steigungen von bis zu 64 % lassen erahnen, welche Herausforderungen den Verarbeitern der Dapena AG bevor stand. Die 16 Mitarbeiter, die mit der Sanierung betreut waren, benötigten allein für den täglichen Auf- und Abstieg eine Stunde. Die Standseilbahn ruht auf einem Natursteinmauerwerk, das jetzt etappenweise saniert wird. 300 m der Strecke wurden im Winterhalbjahr 2012/2013 erneuert. Die Arbeit wurde im Herbst aufgenommen, dann aber vom Wintereinbruch unterbrochen. Im Frühjahr ging es trotz Nachtfrösten weiter. Zwangsläufig erschwerten schlechte Wetterbedingungen die Arbeiten und machten einige Planungen zunichte. Trotzdem konnte die Dapena AG den Zeitplan einhalten – auch dank der richtigen Materialauswahl.

Härteste Bedingungen für Mensch und Material

Bei der Materialauswahl stellten die Ausführenden hohe Anforderungen an Dauerhaftigkeit und Beständigkeit. Das Material muss die ständigen Erschütterungen durch die Bergbahn langfristig aushalten, es muss den unterschiedlichen Witterungsbedingungen wiederstehen und für einen zügigen Projektfortschritt auch bei Minusgraden zuverlässig abbinden. Die Dapena AG entschied sich für den standfesten Reparaturmörtel PCI Repafast® Tixo sowie für den fliessfähigen Reparaturmörtel PCI Repafast® Fluid. Beide PCI-Produkte lassen sich bis -10 °C verarbeiten und sind somit exzellent an die schwierigen Sanierungsbedingungen angepasst. Entsprechend positiv sind auch die ersten Erfahrungen aus der Sanierungsphase. Und im nächsten Winterhalbjahr werden die Sanierungsarbeiten weitergehen. Damit wartet dann bereits die nächste Bewährungsprobe auf Mitarbeiter und Material.

Eckdaten:
  • Harderbahn, Schweiz
  • Eigentümer/Bauherr: Jungfrau Bergbahnen
  • Verarbeiter: Dapena AG Interlaken
  • Bauzeit: 10.10.2012 - 27.11.2013
  • Investitionsvolumen: 1,9 Mio. CHF

Dato

01.07.2013

Oppgave

-

By

Interlaken

Utførelse

2013

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